Zusammenarbeit

Mitarbeiterproduktivität: 9 entscheidende Merkmale erfolgreicher Projekt-Teams

Für den Director of Customer Success von Autodesk ist die Entwicklung anpassungsfähiger und flexibler Teamplayer entscheidend

Autor: Devon Maloney17. April 2019

Ein gut funktionierendes Projekt-Team aufzubauen, ist eine Sache. Aber die Leistung dieses Projekt-Teams zu steigern und die Mitarbeiterproduktivität mit jedem erreichten Ziel zu verbessern, ist noch einmal eine ganz andere. Was sind also die grundlegenden Merkmale erfolgreicher Projekt-Teams?

Eraj Siddiqui, Director of Customer Success bei Autodesk, kennt eine Antwort darauf. Siddiqui und seine Projekt-Teams arbeiten mit Hochdruck daran, die fortlaufende Zufriedenheit von mehr als 30.000 internationalen Kundinnen und Kunden für Autodesk sicherzustellen – einem Industriesoftware-Unternehmen, das über 150 Produkte anbietet.

Autodesk verfügt über eine vielfältige Kundenbasis, die von Bau-, Maschinenbau- und Automobilingenieuren und -ingenieurinnen bis hin zu großen Bau- und Fertigungsunternehmen reicht. Durch diese Vielfalt müssen die Projekt-Teams, die Siddiqui sowohl am Hauptsitz von Autodesk in San Francisco als auch in verschiedenen Büros auf der ganzen Welt managt, extrem effektiv und auf mehreren Ebenen nahtlos funktionieren. Wir haben ihn nach den wichtigsten Merkmalen erfolgreicher Projekt-Teams gefragt.

„Bei erfolgreichen Projekt-Teams bringen die einzelnen Mitglieder nicht nur ihr Know-how und ihre Fachkenntnisse mit ein, sondern auch ihre Fähigkeit zur Zusammenarbeit.“

Eraj SiddiquiDirector of Customer Success, Autodesk

Slack: Wie würden Sie die Merkmale erfolgreicher Projekt-Teams bei Autodesk beschreiben?

Eraj Siddiqui: Wir verwenden bei Autodesk ein aus 9 Werten bestehendes Raster, mit dem wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vierteljährlich und jährlich bewerten. Wir sehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Ressourcen und machen uns Gedanken darüber, wie sie in Projekt-Teams zusammenarbeiten sollen. Auf diese Weise stellen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein und fördern sie in ihrer Weiterentwicklung. Wir stellen uns folgende Fragen zu Einzelpersonen und letztendlich Projekt-Teams:

  1. Sind sie smart?
  2. Denken sie innovativ?
  3. Sind sie allgemein anpassungsfähig?
  4. Können sie sich bei ihrer Arbeit auch mal zurücknehmen?
  5. Wieviel Einfluss haben sie?
  6. Beziehen sie andere Meinungen mit ein?
  7. Übernehmen sie Verantwortung für ihre Arbeit?
  8. Sind sie bei der Findung von Lösungen pragmatisch?
  9. Und zu guter Letzt: Sind sie mutig? Sind sie bereit, unkonventionelle Ansätze zu verfolgen und aktuelle Arbeitsweisen zu hinterfragen?

Was bedeutet „Einfluss“ für Sie?

ES: Hat ihre Arbeit Einfluss auf das Gesamtprojekt? Trägt sie zu einer besseren Kundenbeziehung oder zu besseren Kundenergebnissen bei?

Das Ziel von Autodesk ist es, ein kundenorientiertes Unternehmen zu sein. Demnach steht bei all unserem Handeln der Kunde bzw. die Kundin im Mittelpunkt – und so die damit verbundenen Kundenerfahrungen, Interaktionen usw.

Wie bewähren sich diese neun Merkmale erfolgreicher Projekt-Teams in der Praxis?

ES: Erfolgreiche Projekt-Teams bestehen aus kompetenten Einzelpersonen, die ihre Rolle innerhalb der Teamstruktur alle genau kennen. Nehmen wir zum Beispiel ein funktionsübergreifendes Projekt-Team, das in unterschiedlichen Geschäftsbereichen im Unternehmen tätig ist. Bei einem solchen erfolgreichen Projekt-Team – und ich habe bereits mehrere davon geleitet – bringen die einzelnen Mitglieder nicht nur ihr Know-how und ihre Fachkenntnisse mit ein, sondern auch ihre Fähigkeit zur Zusammenarbeit.

Sie legen ihre Egos und ihre politischen Überzeugungen ab und haben das Gefühl, an etwas teilzuhaben, das reale Auswirkungen auf unsere internen Prozesse oder die Kundenerfahrung hat. Das ist das Ziel, das wir erreichen möchten. Die Teammitglieder beschränken sich nicht auf die kleinflächigen Ziele ihres Projekt-Teams, sondern konzentrieren sich auf das übergeordnete Ziel des gesamten Unternehmens und darauf, welche Auswirkungen es tatsächlich auf den Kunden bzw. die Kundin hat.

Sie können also das große Ganze sehen und mehr als Kollektiv denken. Und einzelne Egos beiseite lassen zu können, ist besonders wichtig?

ES: Wenn Projekt-Teams zusammenfinden, ist es für sie manchmal schwierig, ihre persönlichen Präferenzen hinter sich zu lassen. Beim Teambuilding-Ansatz Forming, Storming, Norming, Performing kann es eine Weile dauern, bis ein Projekt-Team zusammenfindet, und bei einigen Projekten ist für diesen langwierigen Prozess nicht genügend Zeit.

Nach meiner Erfahrung lässt sich wirklich effektives Teamwork nur dadurch erreichen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in einem persönlichen Gespräch miteinander einen Überblick über ihre verschiedenen Sichtweisen verschaffen und Differenzen klar ansprechen, anstatt diese unter Verschluss zu halten und die Arbeit durch passiv-aggressives Verhalten negativ zu beeinflussen.

Ein Thema, das bei der Beschreibung von erfolgreichen Projekt-Teams immer wieder zur Sprache kommt, ist die Zielsetzung. Wie erreichen Ihre Projekt-Teams Ziele, ohne dass Sie stets nachhaken müssen?

ES: Ich sehe das folgendermaßen und ermutige mir direkt unterstellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auf dieselbe Art und Weise zu handeln: Selbst innerhalb der Teamstruktur sollten immer die standardmäßigen Ziele und wichtigsten Ergebnisse im Vordergrund stehen. Dies ist ein bekanntes Konzept, aber [unsere erfolgreichen Projekt-Teams] betten die meisten ihrer Projekte in diesen konkreten Rahmen ein.

An welchen Zielen arbeitet Ihr Projekt-Team im aktuellen sowie in den nächsten zwei Quartalen? Was möchte es erreichen und wie misst es seinen Erfolg?

ES: Nehmen wir an, das Ziel besteht darin, ein bestimmtes System einzuführen. Welche Kennzahlen bestimmen dann den Erfolg dieser Einführung? Oder wenn ein System eingeführt wurde, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es nun verwenden und wir den Wert des Systems belegen möchten: Welche Kennzahlen bestimmen, ob dieser Wert erreicht werden kann? Eine Kennzahl könnte die Anzahl der Benutzerinnen und Benutzer sein. Eine weitere die Anzahl der Kundinnen und Kunden, auf die das System Einfluss hat. Eine andere der Anstieg des Dollarwerts usw.

Sie haben erwähnt, dass Anpassungsvermögen ein Merkmal von erfolgreichen Projekt-Teams ist. Was bedeutet es für Autodesk, anpassungsfähig zu sein?

ES: Im Hinblick auf Geschäftsprozesse und Kundenbeziehungen haben wir es mit vielen Unsicherheiten zu tun. Anpassungsvermögen umfasst drei Faktoren: die Fähigkeit, mit einem gewissen Maß an Widersprüchen umzugehen, sich an verschiedene Gegebenheiten anzupassen sowie Positives und Chancen zu sehen. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt die Nachricht erhalten, dass Ihr Programm nur zum Teil erfolgreich ist, betrachten Sie es dann als fehlgeschlagen oder sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Außerdem geht es auch darum, stetig weiter zu lernen und sich fortlaufend weiterzuentwickeln, anstatt auf der Stelle zu treten. Unsere Umgebung ändert sich ständig, unser Geschäftsmodell verändert sich und auch unsere Kundenbeziehungen verändern sich. Wenn Sie nicht auf Lernen und Wachstum eingestellt sind, verfangen sich Ihre Projekt-Teams eventuell im Zahnrad der Maschine, anstatt diese erfolgreich zu bedienen.

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