IBM Slack-Sessions Recap
Transformation

Wie Führungskräfte bei IBM die digitale Transformation mitgestalten

Führungskräfte müssen Offenheit und Bereitschaft für Veränderungen leben, um die digitale Transformation voranzutreiben.

Autor: Oliver Blueher12. März 2021Illustration von Robert Samuel Hanson

Die digitale Transformation eines Unternehmens ist ein ganzheitlicher Prozess, der nicht nur die eigenen Produkte und das eigene Geschäftsmodell betrifft. Oftmals wird dabei die Unternehmenskultur, die an die digitalen Rahmenbedingungen angepasst werden muss, außer Acht gelassen.

In meinem Beitrag „Erfolgreiche CTOs machen die Unternehmenskultur zur Chefsache“ habe ich deutlich gemacht, dass den technischen Führungskräften hier eine besondere Rolle zukommt. Nach meinem Gespräch mit Daniel Unkelhäußer, CDO bei IBM DACH, zum Thema „Wie sich Führungskräfte für eine digitale Zukunft rüsten”, möchte ich daran anknüpfen und zeigen, wie genau Führungskräfte die digitale Transformation erfolgreich mitgestalten können.

Innovation dank Mut zur Veränderung

Die alte Weisheit „Nichts ist beständiger als der Wandel“ ist eine sich selbsterfüllende Prophezeiung. Die Leitidee dahinter könnte kaum aktueller sein, denn auch die erfolgreiche Digitalisierung von Unternehmen erfordert einen permanenten Veränderungsprozess.

Genau diesen erwähnten permanenten Veränderungsprozess konnte Daniel Unkelhäußer in seinen 18 Jahren bei IBM hautnah miterleben und er veranschaulichte ihn anhand des ThinkPad-Beispiels. Als Unkelhäußer sich bei IBM als Student etwas dazu verdiente, hatte er mit dem ThinkPad ein Notebook bekommen, das dank seiner Leistungsfähigkeit damals zurecht als Statussymbol angesehen wurde. Dennoch trennte sich IBM wenige Jahre später von diesem Erfolgsprodukt und verkaufte seine PC-Sparte an Lenovo – nicht, weil die zugehörigen Produkte nicht mehr erfolgreich waren, sondern weil das Unternehmen die eigenen Ressourcen für die Entwicklung neuer Technologien einsetzen wollte.

Auch heute setzt IBM auf hochmoderne Technologien wie Quanten-Computer, Cloud-Infrastruktur oder Künstliche Intelligenz und ist damit erfolgreich. So schwer die Entscheidung, die ThinkPads an Lenovo abzugeben, damals sicher gewesen ist, so nachvollziehbar ist sie heute. „Veränderung braucht Mut”, hält Unkelhäußer fest. Das Beispiel zeigt, dass es sich für Unternehmen lohnen kann, altbekannte Wege zu verlassen und sich neuen Technologien, Ideen und Zukunftsszenarien zu öffnen. Gleiches gilt auch für die Menschen, die für diese Unternehmen arbeiten. Sie müssen die Veränderungen als etwas Positives begreifen und den Wandel unterstützen.

„Wir müssen den Mut für Veränderungen haben, damit wir uns in Zukunft nicht ärgern müssen, in der Vergangenheit nicht die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt zu haben.“

Daniel UnkelhäußerCDO, IBM DACH

Vertrauen ist die Basis für erfolgreiche Veränderungen

Damit Veränderung ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur wird, müssen Führungskräfte selbst eine Kultur des Wandels vorleben und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen miteinbeziehen. Das erfordert eine grundlegende Offenheit und die Bereitschaft, wichtige Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. So kann Veränderung auch als Leuchtturm-Projekt sichtbar und erlebbar gemacht werden.

Im Falle von IBM ist das mit dem Watson-Tower gelungen, der Unkelhäußer nachhaltig beeindruckt hat. Der IT-Riese hat mit dem Tower eine moderne Arbeitswelt geschaffen, die nichts mehr mit dem zu tun hat, was der Chief Digital Officer von IBM zuvor gewohnt war – und genau das hat ihn begeistert und ihm nicht nur den rasanten Wandel nachdrücklich vor Augen geführt sondern auch Vertrauen in die zukunftsweisenden Entscheidungen des Unternehmens gegeben.

Genau dieses Vertrauen müssen sich Führungskräfte durch offene und transparente Kommunikation aufbauen. Im Laufe der Zeit kann so eine Unternehmenskultur entstehen, in der Zukunftsängste durch eine positive Aufbruchstimmung abgelöst werden.

„Du musst dir das Vertrauen erarbeiten. Jeden Tag aufs Neue, indem du mit Evidenz arbeitest. Was du sagst, musst du auch halten.”

Daniel UnkelhäußerCDO, IBM DACH

Flache Hierarchien sind die Zukunft

Die größte Veränderung der letzten 18 Jahre war für Unkelhäußer der Kulturwandel bei IBM und der damit einhergehende Abbau von Hierarchien. So hat Unkelhäußer sinnbildlich dafür über die Jahre Anzug und Krawatte gegen Jeans und Turnschuhe eingetauscht. Und während es vor ein paar Jahren noch undenkbar war, die Chefetage direkt zu kontaktieren, kann man Unkelhäußer heute jederzeit in Slack anschreiben. „Führungskräfte sollten ihre Bürotür öffnen und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen signalisieren: Kommt zu mir, wenn ihr etwas besprechen wollt, ich werde euch zuhören“, so Unkelhäußer. Flache Hierarchien helfen nicht nur, Vertrauen aufzubauen, durch das Öffnen der Türen und Zuhören entstehen auch wichtige Erkenntnisse und Innovationen, die einem ansonsten verborgen bleiben.

Unkelhäußer gab mir dafür ein persönliches Beispiel: Er hatte digitale Lernprodukte für sein Projekt-Team eingeführt, die zunächst wenig Anklang fanden. Erst durch ausdrückliches Nachfragen brachte er in Erfahrung, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Produkt nicht wohlfühlten. Kurzerhand wurde dieses Feedback miteinbezogen und ein Lernmodul hinzugefügt, das es vorsieht das Erlernte zuerst unter Kolleginnen und Kollegen zu testen.

„Wir denken unglaublich gerne nach. Doch das ist wie Schaukeln: Man ist zwar in Bewegung, kommt aber nicht von der Stelle. Also schaut, dass ihr nicht nur schaukelt, sondern auch vorankommt. Denkt nicht nur nach, sondern macht.“

Daniel UnkelhäußerCDO, IBM DACH

3 Tipps für Führungskräfte zur Unterstützung von kulturellem Wandel

Zum Abschluss unseres Gesprächs hat mir Daniel Unkelhäußer noch drei wichtige Tipps gegeben, wie Führungskräfte den erfolgreichen digitalen Wandel mitgestalten können.

  • Empathie: Empathie war schon immer wichtig, wird in Zukunft aber noch wichtiger, wenn sich Entwicklungen beschleunigen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen, um die beste Leistung zu erbringen.
  • Qualität statt Quantität bei der Kommunikation: Bei immer mehr Kanälen neigt man schnell dazu, viel und schnell zu kommunizieren. Eine bewusste und fokussierte Kommunikation erzeugt dagegen eine ganz andere Qualität, die Wertschätzung signalisiert und Vertrauen schafft.
  • Spaß an der Arbeit haben: Führungskräfte, die selbst Freude an ihrer Arbeit haben und Zufriedenheit ausstrahlen, motivieren auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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