Slack: Wie du den Kulturwandel in deinem Unternehmen anstoesst
Transformation

Zeit zum Umdenken: So stößt du den Kulturwandel in deinem Unternehmen an

Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist ein Kulturwandel für viele Unternehmen unerlässlich. Worauf es dabei ankommt, erfährst du hier.

Vom Slack-Team30. September 2020

Was versteht man unter Unternehmenskultur?

Die Unternehmenskultur beschreibt das Wertsystem, nach dem alle Mitglieder eines Unternehmens handeln, miteinander umgehen und Entscheidungen treffen. Stark verallgemeinert könnte die Essenz der Unternehmenskultur auch lauten: „So machen wir das bei uns“.

Zu den klassischen Elementen der Unternehmenskultur gehören etwa die Vision und Ziele, aber auch der Ton im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen sowie die Unternehmenssprache, die sich auf das allgemeine Image auswirkt. Hinzu kommen noch der Führungsstil der Führungskräfte sowie die allgemeinen Ansichten, Werte, Normen und Beziehungen, die den Alltag und das Betriebsklima prägen. Abgerundet wird das Ganze durch die Rahmenbedingungen und Benefits für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dieses komplexe Gefüge zeigt, dass Unternehmenskultur mehr als ein Buzzword ist. Im Gegenteil: Laut einer Stepstone-Studie ist die Unternehmenskultur für 97 % der befragten Fachkräfte wichtiger denn je. Immerhin entscheidet sie darüber, ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich im Unternehmen wohlfühlen und die Zusammenarbeit auf Dauer gut funktioniert. Somit spielt die Unternehmenskultur auch eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erfolg und Fortbestand des Unternehmens.

Wann ist es an der Zeit für einen Kulturwandel im Unternehmen?

Die digitale Transformation hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie Verbraucher und Verbraucherinnen Produkte und Dienstleistungen kaufen und nutzen, sondern auch die inneren Strukturen von Unternehmen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, die eigenen Wertesysteme an den neuen Standard anzupassen. Denn wer einfach so weitermacht, wie bisher, läuft Gefahr, von agileren Wettbewerbern überholt zu werden.

Selbst Traditionsunternehmen wie die Otto Group haben das erkannt und den Kulturwandel eingeleitet. Zu den wohl deutlichsten Veränderungen für Kundinnen und Kunden gehört der Wechsel von Papier auf Digital: Ende 2018 ist der letzte große Otto-Katalog vom Band gerollt. Doch der Kulturwandel ging intern noch viel tiefer: Flachere Hierarchien, neue Strukturen sowie ein von Grund auf neues Wertgerüst haben es dem Konzern ermöglicht, im Gegensatz zu Konkurrenten wie Neckermann und Quelle, am Markt zu bestehen. Ein Musterbeispiel dafür, dass der Kulturwandel für viele Unternehmen überlebenswichtig ist.

Welche Vorteile bringt der Kulturwandel?

Selbst wenn sich Kulturwandel erstmal nach viel Arbeit anhört – die Komfortzone zu verlassen und umzudenken, bringt langfristig viele Vorteile:

  • Neuen Herausforderungen gewachsen sein: Die Corona-Pandemie hat auch den Arbeitsalltag für viele von uns grundlegend verändert. Eines der Haupthindernisse war anfangs der Wechsel ins Home-Office. Projekt-Teams, bei denen Remote-Work schon ein fester Bestandteil der Firmenkultur war, hatten es leichter als Unternehmen, die sich mit dem Konzept noch nicht auseinandergesetzt hatten.
  • Hallo New Work: Firmenauto und ein fettes Gehalt? Schön und gut, aber insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Generation Y legen mehr Wert auf andere Dinge: Zum Beispiel auf eine gute Work-Life-Balance, möglichst flexibles Arbeiten oder attraktive Angebote für laufendes Lernen. Wer auch in Zukunft Top-Talente für sich gewinnen will, muss diesen Ansprüchen gewachsen sein.
  • Mehr Engagement: Wer sich mit dem eigenen Unternehmen identifiziert, ist gewillter, sich für die gemeinsame Sache einzusetzen. Dabei spielen laut der Studie Führungsbarometer insbesondere Führungskräfte eine zentrale Rolle: Wer regelmäßiges Feedback vergibt und die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert, wird mit wesentlich mehr Engagement belohnt.
  • Von Neuerungen profitieren: Viele scheuen den Aufwand, der mit der Auseinandersetzung mit neuen Technologien oder Ansätzen verbunden ist. Dabei kann allein schon die Implementierung von Tools zur Kommunikation, Feedbackvergabe und Optimierung der Zusammenarbeit langfristig große Einsparungen von Zeit, Ressourcen und somit Geld nach sich ziehen. Es lohnt sich also, den Kulturwandel auch in diesem Sinne voranzutreiben.

Wie du den Kulturwandel praktisch umsetzt

Zugegeben: Der Kulturwandel passiert nicht über Nacht. Dennoch gibt es einige grundlegende Schritte, mit denen du und dein Projekt-Team den Stein ins Rollen bringt:

1. Kulturellen Ist-Zustand bestimmen

Damit du und dein Unternehmen effektive Schritte für eine Kulturveränderung einleiten könnt, müsst ihr euch zunächst ein genaues Bild der aktuellen Situation machen. Herrscht ein gesundes, familiäres Arbeitsklima? Und arbeitet ihr eher mit flachen oder steilen Hierarchien? Bei welchen Interaktions- und Verhaltensmustern herrscht Optimierungsbedarf?

2. Kulturellen Zielzustand definieren

Sobald ihr die Pain Points im Unternehmen bestimmt habt, könnt ihr gezielt Lösungen dazu entwickeln. Was soll sich bei eurer Firmenkultur in Zukunft ändern? Arbeitet dabei möglichst nah am jeweiligen Problem, um die passende Lösung zu ermitteln und dann konkrete Spielregeln festzulegen.

  • Kommunikationslücken sind oft das Produkt mangelnder Transparenz. Überlegt euch konkret, wie ihr zukünftig alle Mitwirkenden besser in die laufende Kommunikation einbeziehen könnt – von der Chefetage bis zum Remote-Worker.
  • Wiederkehrende Spannungen können verschiedene Ursachen haben, etwa einen zu hohen Konkurrenzdruck oder unklare Rollen und Aufgaben. Eine Kultur des offenen, fairen Umgangs miteinander sowie die kluge Besetzung von Positionen können hier Abhilfe schaffen.
  • Hohe Kündigungszahlen sind ein wichtiger Indikator für Defizite in der Unternehmenskultur. Ein offenes Abschlussgespräch hilft dabei, im Guten auseinanderzugehen und Genaueres über die Austrittsgründe zu erfahren. Daraus lassen sich dann oft auch Ansätze erarbeiten, die zur Zufriedenheit der verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beitragen und somit hohen Fluktuationen vorbeugen.

3. Klar kommunizieren

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Viele Veränderungen erscheinen ihm zunächst einmal unbequem. Wer aber die Vorteile neuer Maßnahmen kennt, steht dem Thema offener gegenüber. Setzt also eure Projekt-Teams über den geplanten Kulturwandel ins Bild. Eine einmalige PowerPoint-Präsentation reicht da meistens nicht aus. Hier ist laufende Aufklärungsarbeit zu den Veränderungsprozessen gefragt, z. B. in Form von regelmäßigen Mitteilungen per E-Mail oder informellen Posts zu Zwischenzielen und Meilensteinen. Fördert zudem eine kontinuierliche Lernkultur, um Wissen und Ansätze zu festigen.

4. Am Ball bleiben

Beim Kulturwandel im Unternehmen ist es wie bei jeder anderen großen Lebensveränderung: Stetigkeit und Wiederholungen sind unerlässlich, um langfristig sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Hierbei helfen konkrete Spielregeln, kleine Erinnerungen und schnell umsetzbare Impulse, die Routinen zu festigen.

Die Einführung regelmäßiger Kaffeepausen mit dem ganzen Projekt-Team (ob vor Ort oder per Videokonferenz) kann etwa dazu beitragen, das Wir-Gefühl der Gruppe zu stärken. Und auch regelmäßige Motivationskicks wie etwa positives Feedback und das Feiern von Etappenzielen können euch dabei helfen, den Kulturwandel in eurem Unternehmen stetig voranzutreiben.

Der Kulturwandel ist ein entscheidender Erfolgsfaktor

Die Unternehmenskultur ist die DNA eines Unternehmens. Sie prägt die Art und Weise, wie Projekt-Teams zusammenarbeiten und sie entscheidet darüber, wie innovativ und agil ein Unternehmen neuen Herausforderungen entgegentritt. Außerdem ist eine gesunde Firmenkultur ausschlaggebend dafür, ob sich hochqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für oder gegen ein Unternehmen entscheiden.

Die laufenden Entwicklungen am Markt, die digitale Transformation sowie die steigenden Ansprüche von Top-Fachkräften machen es für viele Unternehmen unumgänglich, die eigenen Firmenkultur zu überdenken und an die aktuellen Entwicklungen anzupassen. Ein Aufgabe, die Planung, Zusammenarbeit, klare Spielregeln und Stetigkeit erfordert. Doch der Aufwand lohnt sich. Denn wem der Kulturwandel gelingt, der kann seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sich binden, bessere Ergebnisse erzielen und somit langfristig wettbewerbsfähig bleiben.

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